Die Prüfungsformate im Fernstudium
Prüfungen sind der Punkt, an dem aus dem flexiblen Fernstudium ein Stück Verbindlichkeit wird. Vier Formate decken den grössten Teil ab. Die Online-Klausur schreibst du am eigenen Rechner unter Aufsicht, meist mit fester Startzeit. Die Präsenzklausur findet an einem Studienzentrum statt; grosse Anbieter unterhalten dafür Standorte in vielen Städten im DACH-Raum. Dazu kommen Hausarbeiten und Projektberichte, die du über mehrere Wochen zu Hause schreibst, sowie mündliche Prüfungen und Präsentationen, die heute oft per Videokonferenz laufen.
Welches Format ein Modul nutzt, legt die Prüfungsordnung fest, und die Mischung unterscheidet sich deutlich zwischen Anbietern. Manche Fernhochschulen sind fast vollständig auf Online-Prüfungen umgestellt, andere halten bewusst an Präsenzklausuren fest. Beides ist legitim, aber es hat Folgen für deinen Alltag: Wer keine Studienzentren in der Nähe hat, sollte auf einen hohen Online-Anteil achten.
Online-Klausur mit Proctoring: So läuft es ab
Bei Online-Klausuren sichert die Hochschule die Prüfung über sogenanntes Proctoring ab: eine Aufsicht per Kamera, Mikrofon und Bildschirmfreigabe, entweder durch Software oder durch eine echte Aufsichtsperson. Vor der Prüfung stehen üblicherweise ein Technikcheck und eine Ausweiskontrolle, während der Prüfung bleibt die Kamera an. Das fühlt sich beim ersten Mal ungewohnt an, wird aber schnell Routine.
Für einen reibungslosen Ablauf brauchst du eine stabile Internetverbindung, einen ruhigen Raum und einen leeren Schreibtisch. Kläre vorab, welche Hilfsmittel erlaubt sind, und teste die Prüfungssoftware, wenn die Hochschule einen Probelauf anbietet. Die Datenschutzfrage ist berechtigt: Seriöse Anbieter erklären transparent, was aufgezeichnet wird, wie lange Aufnahmen gespeichert bleiben und wer sie sieht. Wer dazu nichts findet, fragt vor der Einschreibung nach.
Termine, Rücktritt und Wiederholung: der Takt neben dem Beruf
Der grösste Unterschied zum Präsenzstudium liegt im Takt. Klassische Hochschulen bündeln Prüfungen am Semesterende, viele Fernhochschulen bieten dagegen mehrere Termine pro Jahr oder sogar flexible Prüfungen auf Abruf. Für Berufstätige ist das Gold wert: Eine Projektphase im Job verschiebt dann eben die Klausur um ein paar Wochen, nicht um ein halbes Jahr.
Genauso wichtig sind die Regeln dahinter: bis wann du dich von einer Prüfung abmelden kannst, was bei Krankheit gilt und wie viele Wiederholungsversuche du hast. All das steht in der Prüfungsordnung, und genau deshalb gehört sie vor der Einschreibung gelesen. Wie sich Prüfungsphasen realistisch mit der Arbeit vereinbaren lassen, vertieft der Beitrag zum Fernstudium mit Vollzeitjob, und was der Prüfungstakt für die Studiendauer bedeutet, zeigt der Überblick zur Frage wie lange ein Fernstudium dauert.
Häufige Fragen
Muss ich für Prüfungen an die Hochschule reisen?
Nicht zwingend. Viele Fernhochschulen bieten Online-Klausuren mit Kameraaufsicht an, sodass du von zu Hause schreibst. Andere setzen auf Präsenzklausuren, dafür meist an mehreren Studienzentren im DACH-Raum. Wie viel Präsenz nötig ist, unterscheidet sich stark je nach Anbieter und Studiengang und steht in der Prüfungsordnung.
Wie läuft eine Online-Klausur mit Proctoring ab?
Du schreibst am eigenen Rechner, während eine Software oder eine Aufsichtsperson per Kamera, Mikrofon und Bildschirmfreigabe zusieht. Vorher gibt es meist einen Technikcheck und eine Ausweiskontrolle. Wichtig sind eine stabile Internetverbindung, ein ruhiger Raum und ein aufgeräumter Schreibtisch. Die genauen Regeln nennt die Hochschule vor dem Termin.
Wie oft kann ich eine Prüfung wiederholen?
Das regelt die Prüfungsordnung der Hochschule. Üblich sind zwei bis drei Versuche pro Modul, manche Anbieter sind grosszügiger. Entscheidend ist auch, was bei einem endgültigen Nichtbestehen passiert. Wer hier vorab liest, erlebt später keine Überraschungen.
Was passiert, wenn ich einen Prüfungstermin nicht schaffe?
Bei den meisten Fernhochschulen kannst du dich bis zu einer Frist ohne Angabe von Gründen von der Prüfung abmelden und einen späteren Termin nehmen. Bei Krankheit gilt in der Regel ein Attest. Da viele Anbieter mehrere Termine pro Jahr anbieten, kostet ein Aufschub selten mehr als ein paar Wochen.
Sind Online-Prüfungen weniger wert als Präsenzklausuren?
Nein. Für den Abschluss zählt, dass die Prüfung nach der Prüfungsordnung einer staatlich anerkannten oder akkreditierten Hochschule abgelegt wurde. Auf dem Zeugnis steht das Format nicht. Entscheidend ist die Anerkennung des Studiengangs, nicht der Ort, an dem die Klausur geschrieben wurde.
Die Angaben auf dieser Seite sind allgemein gehalten und dienen der Orientierung. Sie ersetzen keine offizielle Anrechnungs- oder Anerkennungs-Entscheidung der jeweiligen Hochschule und sind kein Rechtsrat. Verbindlich entscheiden die Hochschulen sowie die zuständigen Stellen: die ZAB in Deutschland, das BMBWF in Österreich und das SBFI in der Schweiz. Prüfe deinen konkreten Fall vor der Einschreibung immer direkt bei der Hochschule.